Wintersport-Spezial #2: Fünf zukunftsweisende Produkte und Konzepte unter der Lupe

Höher, schneller, weiter – Fortschritt und Innovationen finden in allen Bereichen des Lebens statt und machen auch vor Hobby, Sport und Freizeit nicht halt. Und so finden sich selbst auf den Skipisten dieser Welt jede Menge Neuheiten und technische Entwicklungen, die vor einigen Jahren wahrscheinlich noch als Fiktion oder Spinnerei abgetan wurden. PACESETTER nimmt pünktlich zur aktuellen Wintersaison 2018/19 in einem zweiten Wintersport-Spezial fünf Innovationen genauer unter die Lupe, die die Grenzen zwischen Raumfahrt und Abfahrt verschwimmen lassen.

Das Skigebiet der Zukunft

Ein gutes Beispiel dafür, wohin sich das Skifahren und Skigebiete im Zeitalter der Digitalisierung entwickeln können, ist die Skiregion Ski amadé. Der Verbund, der fünf Skigebiete in Österreich vereint, setzt im Rahmen der „Ski amadé Futurezone“ auf verschiedene digitale Services, die die Orientierung und das Gesamterlebnis für die Besucher optimieren sollen. Ein Guide in Form einer App hilft nicht nur bei der Suche einer Unterkunft oder beim Wetter-Check, sondern stellt darüber hinaus interaktive fotorealistische Karten bereit, mit deren Hilfe sich der Skiurlaub planen und damit natürlich auch die Vorfreude steigern lässt. Einmal im Skigebiet unterwegs, wird der eigene Standort angezeigt, Hütten, Lifte und Pisten werden dargestellt. Über das integrierte Trackingtool können zahlengetriebene Skijünger Pistenkilometer, Höhenmeter oder Geschwindigkeit aufzeichnen. Das aktuelle i-Tüpfelchen des Digitalkonzepts des Skigebietes ist eine Datenskibrille, die an verschiedenen Stellen geliehen werden kann. In Kombination mit der App navigiert die Brille den Fahrer durch das Pistennetz und zeigt Einkehrmöglichkeiten, Aussichtspunkte, Geschwindigkeit und vieles mehr an – Willkommen im Skigebiet der Zukunft!

Hightech Wintersport
Die Datenskibrille fürs Skigebiet – Fotocredit: Ski amadé

Wärme auf Knopfdruck

Nicht direkt Raumfahrt, aber schon ziemlich nah dran an einem Raumanzug ist die Paradise Heat Jacke von Helly Hansen. Mit in das Design integrierten, unsichtbaren Heizdrähten wird jede Liftfahrt oder der Einkehrschwung auf der Hütten-Terrasse zum wohlig warmen Vergnügen. Das Heizsystem, das die Blutgefäße und Nerven an Nacken, Schultern und Hüfte und damit indirekt die Muskeln des gesamten Oberkörpers erwärmt, wurde in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Ski-Nationalteam und dem Hersteller Novaheat entwickelt. Die Heizung kann mit einem Knopfdruck aktiviert werden und wird über einen im Ärmel verstecken Akku mit Energie versorgt. Darüber hinaus leistet die Jacke alles, was eine Skijacke können sollte. Sie ist wasserdicht, atmungsaktiv, winddicht und verfügt über eine spezielle Brustasche, die das Smartphone wärmer hält und damit die Akkulaufzeit verlängert.

Paradise Heat Jacke Helly Hanson
Wärme auf Knopfdruck – Fotocredit: Helly Hanson

Den Durchblick behalten

Für klare Sicht auf der Piste, egal bei welchen Wetterbedingungen, sorgt das neuartige „Prizm React“-System für Skibrillen von Oakley. Die zugrundeliegende ElectroChromic-Glastechnologie ermöglicht dem Träger, die Tönung der Gläser in drei Stufen einzustellen und so auf verschiedenste Sichtverhältnisse zu reagieren. Lästiges Gläserwechseln oder Wechselbrillen gehören damit der Vergangenheit an. Ein Knopfdruck auf der Außenseite der Brille und ein elektrischer Strom, der durch die Linse geleitet wird, verändert die Tönung. Die Goggle bestätigt anschließend mit einer kurzen Vibration den Wechsel. Verbaut ist die Technik zunächst in der Oakley Fall Line XL, einer randlosen Skibrille mit großen Sichtfenster, die zu ziemlich jedem Helm passt.

"Prizm React"-System von Oakley
Das "Prizm React"-System für Skibrillen – Fotocredit: Oakley

Hightech für unten drunter

Unscheinbar und dennoch extrem wichtig für das Wohlbefinden beim Wintersport ist die richtige Unterwäsche. Nichts nervt mehr, als eine schlecht sitzende, unförmige Unterhose oder ein Basis-Shirt, dass klamm und kalt auf der Haut klebt. Die Funktionsunterwäsche von UYN (Unleash your Nature) steht dem entgegen und möchte natürliche Rohstoffe und High-Tech-Innovationen, Tragekomfort und maximale Funktionalität vereinen. Offene Gewebestrukturen und eine von kleinen Kanälen durchzogene Innenoberfläche sorgt für einen anhaltenden, kühlenden Luftstrom und einen schnellen Abtransport von Schweiß. Geschnitten aus einem einzigen Teil soll die korrekte Körperhaltung unterstützt und eine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit garantiert werden. Bestimmte Bereiche der Shirts sind besonders isoliert und sollen den Körper in Ruhephasen vor einem zu schnellen Auskühlen schützen. Alle Kleidungsstücke von UYN sind aus einer ph-neutralen und hypoallergenen Faser gefertigt, die besonders leicht und nicht zuletzt sehr komfortabel sein soll. Vorteile, die neben den Ski-Nationalteams aus Österreich, Italien und Frankreich auch die deutsche Mannschaft um Felix Neureuther, Thomas Dreßen, Stefan Luitz und Viktoria Rebensburg zu schätzen weiß.

Intelligente Skiunterwäsche
Intelligente Skiwäsche ist das A und O – Fotocredit: UYN

Ultra-Leicht und Ultra-Stabil

Neue Shapes, neue Materialien, neue Konzepte für die diversen Spielformen des Skisports: Die Skiindustrie entwickelt sich rasant und produziert Innovationen am Fließband. Die Skischmiede Head hat zum Beispiel im Rahmen der ISPO 2018 das Nobelpreis gekrönte Material Graphene vorgestellt, das laut Hersteller das leichteste, dünnste und stärkste Material überhaupt auf dem Markt sein soll. Der Werkstoff fließt, in Kombination mit Titanal oder Carbon, in die Produktion der verschiedenen Modelle und soll unter anderem für dünnere und leichtere Ski sorgen, ohne Einbußen bei der Performance hinnehmen zu müssen.

Graphene
Graphene: Leicht, dünn, robust – Fotocredit: HEAD