Fünf außergewöhnliche Weihnachtstraditionen aus aller Welt

Mit der Familie den Christbaum schmücken, Bescherung, ein Besuch in der Kirche oder die obligatorischen Würstchen mit Kartoffelsalat – ein klassisches Weihnachtsfest für viele Deutsche. Aber wie feiert der Rest der Welt? PACESETTER hat sich auf die Suche gemacht und fünf außergewöhnliche Weihnachtstraditionen aufgespürt.

Dänemark

Was wäre das Weihnachtsfest ohne Essen mit der Familie? In jedem Haushalt gibt es besondere Spezialitäten, Gerichte und Nachspeisen, die zum Fest auf den Tisch kommen. In Dänemark ist es Risalamande. Man erzählt sich, dass der Nisse – ein Kobold – diese Speise ganz besonders mag, deshalb bereitet man ihm immer eine spezielle Portion zu, die die Dänen Julegrød nennen. Es handelt sich hierbei um eine Art Milchreis, in dem eine ganze Mandel versteckt ist. Wer die Mandel findet, erhält ein kleines Geschenk – beispielsweise ein Schokoladenherz oder ein Stück Marzipan. Nissen findet man übrigens traditionell in Häusern und Ställen. Sie gelten als Beschützer des Grundstückes und des Wohlbefindens der Landwirte.

Eine Mandel versteckt in der Milchreis-Nachspeise
Spezialität aus Dänemark mit versteckter Mandel – Fotocredit: Michelle-Minnaar

Ukraine

In der Ukraine erzählt man sich das Märchen der Weihnachtsspinne. Der Legende zufolge konnten sich eine fleißige Witwe und ihre Kinder keinen Schmuck für ihren Weihnachtsbaum leisten. Traurig gingen sie am Abend vor Weihnachten ins Bett. Als sie am nächsten Morgen aufwachten, war der ganze Baum von feinen Spinnweben überzogen, die in der Morgensonne prächtig funkelten. Deshalb sind auch heute noch häufig künstliche Spinnenweben in den Tannenbäumen der Ukraine zu finden oder sogar Deko-Spinnen – ihnen wird Glück nachgesagt.

Spinnenweben auf dem Nadelbaum
Spinnenweben am Weihnachtsbaum wird in der Ukraine Glück nachgesagt – Fotocredit: Vichai-Laorapeepornthong

Polen

“Gastfreundschaft besteht aus ein wenig Wärme, ein wenig Nahrung und großer Ruhe.” (Emerson). Dieses Zitat hat man sich in Polen ganz besonders zu Herzen genommen. Setzt man sich dort zu Weihnachten an den Tisch, findet man stets ein zusätzliches Gedeck vor. Die Gründe hierfür sind verschieden. Einerseits gedenken die Polen so ihrer bereits verstorbenen Familienmitgliedern, andererseits kann das Gedeck auch für einen unerwarteten Gast bestimmt sein, dem so Speis und Trank angeboten werden kann.

Ein extra Tischgedeck ist Tradition in Polen
Polnischer Brauch: Immer ein extra Gedeck am Tisch – Fotocredit: 123rf

Venezuela

Was uns als komplett verrückt erscheinen mag, ist in Venezuelas Hauptstadt Caracas ganz normal. In den Tagen zwischen dem 16. und 24. Dezember finden regelmäßig Mitternachtsmessen (Misas de Aguinaldo) statt. Aber anstatt zur Kirche zu laufen oder ins Auto zu steigen, schnallen sich die Venezueler ihre Rollerskates an. Damit die Fahrt zur Kirche unfallfrei über die Bühne geht, werden sogar die Hauptstraßen in Caracas bis 8:00 Uhr morgens gesperrt.

Weihnachtsmann auf Rollerskates
In Venezuela ist man zu Weihnachten auf Rollerskates unterwegs – Fotocredit: 123rf

Österreich

Der Krampus ist die schreckliche Begleitung des Heiligen Nikolauses. Unartige Kinder werden vom Krampus bestraft, gute Kinder vom Nikoluas beschenkt. Aber nein, Krampus und Knecht Ruprecht sind nicht das Gleiche. Während Knecht Ruprecht alleine unterwegs ist, treten Krampusse in Gruppen auf. Ein wohl bekanntes Bild sind die schaurigen Krampusläufe, bei denen Teufelsgestalten Passanten Angst und Schrecken einjagen. Ganz schön furchteinflößend, oder?

Zwei Männer im original Krampus-Kostüm
Tradition in Österreich: Der Krampus – Fotocredit: 123rf