Diese Entwicklungen erwarten uns in den kommenden Jahren

Unsere Mobilität befindet sich im Wandel. Stillstand ist kaum noch zu spüren, stattdessen verlaufen Veränderungszyklen schneller und schneller. Unternehmen weltweit reagieren dementsprechend darauf. Vermeintlich kleine Start-ups von gestern wachsen zu wahren Größen am Markt und die großen Player stellen sich immer breiter auf. In sieben Thesen zur Mobilität der Zukunft setzen wir uns nachfolgend nicht nur mit dem Thema E-Mobilität auseinander, sondern auch mit dem autonomen Fahren und den geänderten Ansprüchen einer neuen Generation an die Fortbewegung im Alltag.

1. These: Autonomes Fahren bildet die Grundlage für das Auto der Zukunft

Durch die Entwicklung und Einführung des autonomen Fahrens im Alltag lässt sich der Verkehr völlig neugestalten und auch die Architektur der Stadt wird sich verändern. Stand heute werden bis zu 40 Prozent des städtischen Gebiets für Verkehrsinfrastruktur benötigt. Künftig lässt sich dies massiv reduzieren.

Ausgeklügelte, verschachtelte Straßen und Gassen sind nicht länger notwendig. Der Fahrer muss sich nicht länger seinen Weg durch die Stadt suchen. Stattdessen findet das Auto der Zukunft seinen Weg eigenständig, lässt seine Fahrgäste vor der Fußgängerzone aussteigen, um dann außerhalb zu parken, bis die Passagiere wieder abgeholt werden möchten.

2. These: Elektromobilität wird den Verkehr der Zukunft prägen

Die rein elektrische Fortbewegung im Alltag keimt langsam auf. Neben dem lokalen emissionsfreien Fahren, werden die Menschen vor allem in Großstädten von geringeren Lärmemissionen profitieren. Aufwachen am frühen Morgen, weil der Nachbar seinen alten Diesel startet, gehört damit der Vergangenheit an. Sanftes, beinahe lautloses Gleiten im Fahrzeug wird zur Norm.

Das Auto ist somit nicht nur mehr ein Fortbewegungsmittel, sondern entwickelt sich, in Verbindung mit dem autonomen Fahren, zu einem Ort der Ruhe und Entspannung. Damit der Umschwung im Großen stattfinden kann, werden Automobilhersteller, Zulieferer und Politik noch enger miteinander verzahnt agieren.

3. These: E-Autos nehmen eine führende Rolle ein

Verbrenner, Plug-In-Hybride und Hybridfahrzeuge werden auch weiterhin noch eine große Rolle spielen, allerdings holen reine Elektroautos auf. Über kurz oder lang könnten sowohl die Industrie als auch die Politik langfristig auf reine E-Autos setzen. Die dabei verwendete Möglichkeit zur Speicherung der Energie steht allerdings noch nicht fest.

4. These: Carsharing wird eine zentrale Rolle beim Durchbruch der Elektromobilität spielen

Der endgültige Durchbruch des Elektroautos steht noch bevor. Das kann aber nur gelingen, wenn man ein solches Auto auch unverbindlich ausprobieren und hinsichtlich der eigenen Alltagsbedürfnisse testen kann. Carsharing oder spezielle Mietlösungen mit Elektroautos sind hier eine potentielle Lösung.

Eine Vielzahl von Carsharing-Anbietern hat mittlerweile E-Autos im eigenen Fuhrpark und ermöglicht so eine erste Berührung mit Elektroautos ohne, dass man dafür viel Geld in die Hand nehmen muss. Damit beweist Carsharing mehreren hunderttausend Menschen die Alltagstauglichkeit von Elektromobilität.

5. These: Reichweitenangst und hohe Reichweiten generell sind nicht mehr ausschlaggebend

Stand heute kommt immer wieder der Vergleich mit Verbrennern hinsichtlich der Reichweite von E-Autos auf. In Zukunft wird man sich in puncto Reichweitenangst weniger Gedanken machen. Denn die E-Autofahrer werden sich bewusst, dass nicht jeder unbedingt die höchste Reichweite benötigt. Im Gegenteil, man setzt sich mit den eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen auseinander und stellt fest, dass das eigene Auto vielleicht doch nicht 500 km+ mit einer Ladung schaffen muss.

Selbst die Fahrt in den Urlaub kann zum Erlebnis werden, wenn man sich darauf einlässt und entsprechende Pausen an Schnellladestationen einplant. Spätestens mit Voranschreiten der Akku-Technologie und der Lademöglichkeiten rückt die Reichweitenangst damit ohnehin immer weiter in den Hintergrund.

6. These: Besitz steht nicht mehr im Vordergrund – Sharing wird bedeutender

Man sieht bereits jetzt anhand von Carsharing-Diensten, dass für viele Menschen Besitz in den Hintergrund tritt und die effiziente Nutzung dafür in den Vordergrund. Eine Tatsache, welche künftig nicht mehr nur von entsprechenden Service-Diensten vorangetrieben wird, sondern auch durch die Automobilhersteller selbst.

Immer mehr Hersteller und Start-ups bieten das Auto mittlerweile als Komplettpaket im Abo-Modell an. Mit deren Akzeptanz am Markt werden auch die Angebote für alle Beteiligten attraktiver.

7. These: Veränderung beginnt im Kleinen

In puncto Mobilität wird man nicht nur an E-Bikes oder den öffentlichen Nahverkehr denken, sondern auch an elektrische Kleinstfahrzeuge, welche uns das Vorankommen im Großstadtdschungel erleichtern. Als Beispiel lässt sich der e-Floater von UrmO aufführen. Im zusammengeklappten Zustand nicht größer als ein Aktenkoffer und gerade einmal sechs Kilogramm schwer, lässt sich dieser überall mit hinnehmen und passt in jeden Kofferraum. Ausgeklappt und fahrbereit erreicht er eine Geschwindigkeit von 15 km/h und wird über intuitive Gewichtsverlagerung gesteuert.

Eine Alternative zu E-Bike, Taxi und Co. Vor allem für Kurzstrecken von bis zu drei oder vier Kilometern, auf denen es sich nicht lohnt, das eigene Auto aus der Garage oder vom Parkplatz zu holen.

 

Über unseren Autor:

Sebastian schreibt auf Elektroauto-News.net gemeinsam mit seinem Team über die tägliche Entwicklung der Elektromobilität. Dreimal die Woche gibt es zudem die neusten Informationen aus der Welt der E-Autos, kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs, als kostenfreien Newsletter direkt ins Postfach. Erfahre mehr darüber.