Ruheinseln in der Großstadt

Ich komme ursprünglich aus Franken und bin zum Studium nach Berlin gezogen. Berlin und Hauptstädte generell haben sowohl kulturell, als auch wirtschaftlich unglaublich viel zu bieten. Dazu gehören eine umfassendere Gesundheitsversorgung, individuelle Entfaltungsmöglichkeiten und die Tatsache, dass einfach immer etwas los ist. Aber das Leben in einer Großstadt kann auch anstrengend sein. Lärm, Hektik und die Anonymität in der Menge gehören zu den täglichen Herausforderungen. So reizvoll das Großstadtleben auch ist, ich habe selbst gemerkt, wie diese Faktoren das eigene Wohlbefinden beeinflussen können und habe deshalb Ruheinseln für meinen Alltag geschaffen.

Wenn ich in der U-Bahn bin…

Die U-Bahn und grundsätzlich der öffentliche Nahverkehr zählen für mich zu den stressigsten Orten, mit denen eine Großstadt aufwarten kann. Ich nutze Bahn, Bus und Tram eigentlich täglich. Besonders zu den Stoßzeiten ist das ein einziges Gedränge. Ich komme mir vor, wie in einem riesigen Knäul aus genervten Menschen, außerdem es ist heiß und laut. Ich wünsche mich an einen anderen Ort, habe aber noch 20 Minuten Fahrt, die ich irgendwie überstehen muss.

Wenn noch einen Sitzplatz finde, dann ist mein Tagebuch ein großes Hilfsmittel. Ich nutze die Zeit, um meinen Tag zu reflektieren, meine Ziele zu notieren oder mir einfach meine Gedanken von der Seele zu schreiben. Das hilft ungemein bei angestautem Ärger im Arbeitsalltag oder Privatleben und befreit den Geist.

Was aber, wenn es so eng ist, dass man nicht mal dazu kommt, einen Stift aus seiner Tasche zu kramen? In der Rush-Hour hilft mir dann nur noch eines: Meditationsmusik. Hier gibt es übrigens meine Lieblingsplaylist. Musik harmonisiert beide Gehirnhälften. Die linke Hirnhälfte ist für analytisches Denken zuständig und für sprachliche Fähigkeiten, die Rechte für bildhaftes Denken, Emotionalität und Kreativität. Musik bringt beide Hälften in Einklang und sorgt für innere Ruhe. Besonders ruhige, instrumentale Stücke beeinflussen effektiv den Spiegel von Stresshormonen und den Blutdruck. Mein geheimer Schlüssel, um entspannt von A nach B zu kommen.

Gedanken ordnen
Mit Musik oder Stift und Papier vergeht die Zeit wie im Flug – Fotocredit: Hannah Müller-Hillebrand

Wenn ich in einer Warteschlange stehe…

Wer kennt es nicht? Im Amt, beim Arzt, vor Toiletten…überall muss man warten. Wussten Sie, dass der Mensch im Schnitt fast zwei Jahre seines Lebens nur mit Warten verbringt? Ständiger Zeitdruck und die Schnelllebigkeit der Großstadt machen das Ganze auch nicht besser. Wenn wir aber doch so lange und oft warten müssen, dann sollten wir diese Zeit nutzen, um uns selbst etwas Gutes zu tun.

Ich mache in der Zeit gerne Atemübungen. Dabei geht es darum, sich auf den eigenen Atem zu konzentrieren, und zwar nur auf den Atem. Andere stressige Gedanken haben so keinen Platz mehr, der Fokus liegt im hier und jetzt. Meine liebste Übung ist Pranayama, die ich auch gerne in meinen Yoga Stunden einsetze. Egal, ob man beim Warten sitzt oder steht, die Übung ist immer effektiv: Man atmet vier Sekunden lang ein und anschließend sechs Sekunden lang aus – langsam, konzentriert und mit geschlossenen Augen. Einatmen, innerlich bis vier zählen, ausatmen und bis sechs zählen.

Dann beginnt man wieder von vorne. Diese Atmung beruhigt den Geist, baut Anspannungen und Nervosität ab und ist super für den Kreislauf und Verdauung.

Ruheinseln im Alltag schaffen
Warten und dabei einfach mal durchatmen – Fotocredit: Hannah Müller-Hillebrand

Wenn ich mich von der Masse erdrückt fühle… 

Auf großen Plätzen, im Café, beim Einkaufen – überall Menschen. Das ist schön, man ist nie allein, aber manchmal können die Masse an Menschen, der ständige Geräuschpegel und die angesammelten Emotionen überfordern. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig Pausen einzuplanen.

Selbst wenn der Tag sehr voll ist, aber es sollte immer Zeit für einen kleinen ‚Break' sein. Und damit meine ich nicht den Coffee-to-go in der Bahn, sondern eine bewusste Pause. Ein Moment ohne Handy, ohne Laptop und ganz für sich allein. Diese intime Ruhe ist wichtig, um sich neu zu sammeln und Eindrücke zu verarbeiten. Danach hat man automatisch wieder mehr Energie für weitere Aktivitäten. Wenn ich zu Hause bin, lege ich oft eine Schallplatte auf und setze mich für 15 Minuten auf mein Sofa, manchmal räuchere ich auch die Wohnung mit Sandelholz oder Salbei. Wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin, setze ich mich gerne in den Park und atme mal so richtig durch.

Ruheinseln im Alltag
Ruheinseln in der Masse schaffen – Fotocredit: Hannah Müller-Hillebrand

Wie achten Sie auf Körper und Seele im hektischen Alltag?

Ich freue mich mit Ihnen über Ihre persönlichen Ruheinseln auf meinen Social-Media-Kanälen zu sprechen.

Namaste,

Hannah

 

Über unsere Autorin:

Ich bin Hannah, 22 Jahre alt, Yogi, Künstlerin, Studentin und Bloggerin aus Berlin. Ich liebe es, im Alltag kreativ zu werden, meiner Leidenschaft für Achtsamkeit, Gesundheit und Selbstliebe zu folgen und diese auf meinen Social-Media-Kanälen zu teilen. Ich bin verrückt nach Harry Potter, trinke zu viel Kaffee, fühle mich am wohlsten am Meer und liebe den Geruch nach einem kräftigen Regenschauer.

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