Von krummem Gemüse, Saftläden und der Liebe zu den inneren Werten

Eingeschweißtes Obst und Gemüse, Wasser in Plastikflaschen, Brot, Reis und Nudeln bereits fertig abgepackt – der Wocheneinkauf hat es meist ganz schön in sich, erst recht mit Blick auf die Umweltbilanz. PACESETTER stellt deshalb einige Unternehmen vor, die zeigen, dass sich nachhaltige Lebensmittel einfach und vor allem auch äußerst lecker in den Alltag integrieren lässt.

Etepetete: Ein Hoch auf die inneren Werte

Zu klein, zu krumm, zu knorrig: Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der Teil der Ernte, der nicht den gängigen Supermarktschönheitsidealen entspricht, gerne mal auf den Feldern liegen bleibt oder sogar vernichtet wird. Es gibt mittlerweile jedoch einige Firmen und Start-Ups, die sich der Rettung von extravagantem Obst und Gemüse verschrieben haben. Eines dieser Unternehmen ist etepetete. Die Münchner beziehen ihre Produkte von Biolandwirten, die auf einen entsprechend umweltschonenden Anbau achten. Aussehen, Formen und Normen sind egal – gesund, frisch und lecker muss es sein. Das gerettete Obst und Gemüse wird in Boxen verpackt und lässt sich im gewünschten Intervall direkt nach Hause bestellen. Es versteht sich von selbst, dass die Kartons und Verpackungen zu hundert Prozent recycelbar sind. Nachdem etepetete ein Gespür dafür hat, wie hoch der individuelle Bedarf der Kunden ist und oben drein kein Zwang nach schön aufgefüllten Regalen besteht, bestellt das Unternehmen nur so viel, wie tatsächlich verzehrt werden kann. Daumen hoch!

Extravagantes Gemüse bei etepetete
Gemüse muss keine Misswahl gewinnen – Fotocredit: Andrey Moisseyev

Original Unverpackt: Ran an Dosen, Gläser und Kanister

Der Zero-Waste-Lifestyle hat längst auch in Supermärkten Einzug gehalten. So sagt beispielsweise Original Unverpackt aus Berlin „nein!“ zu unnötigem Verpackungsmaterial und „ja!“ zum Thema nachhaltige Lebensmittel. Stattdessen können die Kunden die gewünschten Artikel vor Ort abwiegen und in mitgebrachte Gefäße füllen – egal, ob Nudeln, Hülsenfrüchte, Backwaren, Essig, Süßigkeiten oder Reinigungsmittel. Die Behältnisse werden natürlich vor dem Befüllen gewogen, bezahlt wird am Ende also nur die selbstbestimmte Wunschmenge. Original Unverpackt setzt damit ein wichtiges Zeichen: Aktuell landen jährlich immer noch rund acht Millionen Tonnen Plastik in den Meeren. Mit einem Einkauf kann jeder einzelne also seinen Beitrag leisten, um Plastikmüll und Speisereste zu reduzieren. Hier gibt es übrigens eine Liste mit Unverpackt-Supermärkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Nachhaltige Lebensmittel bei ORIGINAL UNVERPACKT
ORIGINAL UNVERPACKT aus Berlin verzichtet auf Verpackungsmaterial – Fotocredit: Mia Bühler

soulbottles: Trinken mit Seele

“Wir sorgen dafür, dass unsere Welt sauber bleibt” – so lautet die Devise von soulbottles. Das Berliner Unternehmen stellt Trinkflaschen aus Glas her und das nicht nur mit ausgefallenen Designs, sondern auch fair, klimaneutral, schadstoff- und plastikfrei. Wasser aus dem Hahn ist eines der meistkontrollierten Lebensmittel, warum es also in Plastikflaschen füllen, die Weichmacher und andere Giftstoffe enthalten? Erst recht eine gute Sache, wenn man bedenkt, dass weltweit nur eine von zehn Plastikflaschen recycelt wird. Die Produktion verbraucht obendrein Unmengen an Öl sowie drei Liter Wasser pro Flasche, noch bevor diese überhaupt befüllt wird. Mit jeder verkauften soulbottle fließt außerdem ein Euro in WASH -(Water Sanitation Hygiene) Projekte von Viva con Agua de St. Pauli e. V. und der Welthungerhilfe. Der Erfolg spricht für sich: bislang wurden über 800 Kilogramm Plastik vermieden, 42.000 Menschen haben Zugang zu sauberem Wasser. Tendenz steigend!

soulbottles: aus Liebe zum Wasser
Wasser mit Seele – Fotocredit: soulbottles

Lemonaid: Der Saftladen aus St. Pauli

Wo wir schon beim Thema Trinken sind: Man nehme frischen Direktsaft, ein bisschen Rohrzucker und Wasser – heraus kommen die leckeren Limonaden von Lemonaid. Die Saftmischerei aus St. Pauli verzichtet dabei komplett auf Zusatz- oder Konservierungsstoffe. Alle Zutaten sind außerdem biologisch angebaut und stammen von zertifizierten Kleinbauernkooperativen. Kein Wunder also, dass die Limos allesamt Fairtrade-zertifiziert sind. Um diesen Standard weiter aufrechtzuerhalten, bereist Lemonaid jedes Jahr die Anbauregionen, um sich vor Ort davon zu überzeugen, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bauern stimmen. Seit Januar 2010 gehen fünf Cent pro verkaufter Flasche an den gemeinnützigen Verein Lemonaid & ChariTea e. V. Bislang kamen so mehr als drei Millionen Euro zusammen, die für verschiedene Entwicklungshilfeprojekte genutzt werden. Noch nie waren Limette, Maracuja, Blutorange und Ingwer so lecker – und das auch noch mit gutem Gewissen.

Limonade ohne Zusatzstoffe
Direktsaft, ein bisschen Rohrzucker und Wasser, mehr braucht es nicht – Fotocredit: Lemonaid / Johann Cohrs