So könnte die elektrifizierte Stadt von morgen aussehen

Die Stadt der Zukunft. Klingt ein bisschen nach Luc Bessons fünftem Element – nach Lufttaxis, verrückten Outfits, Verkehrschaos und Smog. Dem gegenüber stehen Entwürfe, die ein vollkommen anderes Bild zeichnen: Elektroautos gleiten geräuschlos und autonom durch die Straßen, die Luft ist klar und sauber. Dafür sorgt allein schon die üppige Bepflanzung der zahlreichen Dachgärten und Fassaden. Solarpanels liefern nachhaltige Energie.

Grund genug für das Jaguar Design Team sich mit führenden Architekten des Royal Institute of British Architects (RIBA) sowie Stadtplanern, Bauträgern und Infrastrukturexperten zusammenzutun, um gemeinsam über neue Ideen für die urbane und elektrifizierte Infrastruktur der Zukunft zu diskutieren. Das Ergebnis: Vier zukunftsweisende Modelle, die sich mehr als sehen lassen können. Dazu zählen nicht nur neue Nutzungsmöglichkeiten für Autobahn-Raststätten und große Parkhäuser, sondern auch Konzepte für emissionsfreie Großstädte und die Wiederbelebung längst totgeglaubter Industriebrachen.

Die Autobahn-Raststätte von morgen

Die Raststätten von heute sind zugegeben in erster Linie zweckmäßig gestaltet und vor allem auf den eher kurzen Tankstopp ausgelegt. Aber gerade in Zeiten der Elektromobilität bietet sich neben weniger Lärm und Verschmutzung auch mehr Verweilzeit. Warum sollten Reisende die Ladezeit ihres Elektrofahrzeuges also nicht so entspannt und bequem wie möglich verbringen? Das geht am besten mit Geschäften, Fitnessstudios, Swimmingpools und Restaurants. Solche Konzepte sollen außerdem die Menschen aus der Umgebung anlocken und so zum reizvollen Freizeitziel werden.

Raststätten werden zum Freizeitziel
Raststätten als beliebtes Freizeitziel – Fotocredit: Jaguar

Das Parkhaus der Zukunft

Als Vorlage für diese Idee diente eines der bekanntesten mehrstöckigen Parkhäuser im Londoner West End – der NPC Car Park. Das Gebäude wurde 1970 fertiggestellt und erinnert in seiner Struktur und der Außenfassade nach wie vor an die Ära des Verbrauchs fossiler Brennstoffe. Damit soll es zukünftig vorbei sein. Optisch sorgen dafür nicht nur Dachgärten und begrünte Fassaden. In das Parkhaus selbst werden Ladezonen für Bewohner und Pendler integriert, die zuhause keine Möglichkeit haben, ihr Elektroauto aufzuladen. So könnten sie – mit problemloser Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr – über Photovoltaikanlagen mit CO2-freiem Solarstrom mitten in London tanken. Geschäfte und verschiedene Freizeitangebote sorgen für den Ausgleich vom stressigen Alltag.

Alte Parkhäuser mit neuer Funktion
Alte Parkhäuser in neuem Glanz – Fotocredit: Jaguar

Industriebrachen wiederbeleben

Das Tabakwarenhaus am Stanley Dock in Liverpool, eine klassische postindustrielle Brachfläche am Fluss Mersey, gilt bis heute als das größte aus Backstein errichtete Warenhaus der Welt und ist denkmalgeschützt. In den 1980er-Jahren verfiel es jedoch immer mehr – ein Symbol einer untergegangenen Industrie und des wirtschaftlichen Niedergangs. Mit einer Animation erstrahlt das marode Hafengebiet nun in modernem Glanz: ein pulsierender Ort mit Freizeitangeboten auf dem Wasser, Park- und Lademöglichkeiten für Elektroautos und als Umsteigeort in die vom Autoverkehr befreite Innenstadt. Ein schönes Beispiel, um Industriebrachen und den dazugehörigen Städten landesweit neues Leben einzuhauchen.

Industriebrachen wiederbelebt
Industriebrachen in neuem Glanz – Fotocredit: Jaguar

Ein sauberes und elektrisches Stadtbild

Wie wird aus einem von Schadstoffen belasteten London eine saubere und gesündere Metropole mit mehr Lebensqualität? Die Antwort ist eine neue Infrastruktur, die in Verbindung mit Elektrofahrzeugen mehr Raum für Vegetation und Grünflächen schafft. Ein energiewirtschaftlich autarkes London, das elektrisch angetriebene Fahrzeuge – egal, ob zu Wasser oder in der Luft – mit aus Solar- und Gezeitenenergie gewonnenem Öko-Strom versorgt. Dieses Modell soll auch für die anderen Städte des Landes ein Vorbild sein.

Die Stadt der Zukunft
Die elektrifizierte Stadt der Zukunft – Fotocredit: Jaguar

Das Beste an allen vier Konzepten ist jedoch, dass sie sich theoretisch alle innerhalb einer Generation umsetzen lassen. Wir sind gespannt, wann Architekten, Stadtplaner und Behörden diese Chance beim Schopf packen und diese mutigen Visionen in die Realität umsetzen.