Die Schönheit grüner Technologie

Mit dem Kauf „grüner“ Produkte haben wir in der Vergangenheit wohl vor allem zur Rettung des Planeten beigetragen, in Sachen Benutzerfreundlichkeit und Design mussten wir jedoch einige Abstriche machen. Nehmen wir nur einmal unansehnliche Sonnenkollektoren, unförmige Elektroautos oder klobige Leuchtstofflampen. Doch gerade in den letzten zehn Jahren haben sich grüne Technologien vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan gewandelt. Inzwischen arbeiten nämlich Entwickler und Designer mit ebenso großer Sorgfalt an der Form ihrer Produkte wie auch an ihrer Funktion. Kein Wunder, greift man doch umso lieber auf ein grünes Produkt zurück, wenn Design, Komfort und Benutzerfreundlichkeit stimmen.

Grüne Technologie zu Hause

Ein gutes Beispiel ist das Thermostat. Früher ein unattraktiver hellbrauner Kasten mit Digitalanzeige, heute dank modernster Technik ein smartes Produkt, das mit dem Handy gesteuert werden kann. Es sieht damit nicht nur schöner aus, sondern kann auch mehr. So lernt es beispielsweise aus dem Verhalten der Bewohner, wie es die Kosten durch effizienteres Heizen senken kann.

Ähnliche Entwicklungen lassen sich im ganzen Haus beobachten. Die skulpturalen Formen moderner Energiesparlampen muss man längst nicht mehr schamhaft unter dem Lampenschirm verstecken. Das sah bei den früheren Modellen mit ihren Zacken und Spiralen noch völlig anders aus. Solarziegel auf dem Dach sehen heute aus wie Schiefer oder Asphalt und gehen damit Hand in Hand mit den individuellen architektonischen Ansprüchen.

Stilvoll und umweltfreundlich im Straßenverkehr

Auch auf dem Fahrzeugmarkt hat sich einiges getan. Elektroautos haben sich vom verklärten Golfmobil in stromlinienförmige Geschosse verwandelt, die selbst eingefleischte Autofreaks in Verzückung geraten lassen. So bringt der Jaguar I-PACE seinen Fahrer beispielsweise in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h*. Wer lieber auf zwei Rädern unterwegs ist, ist mit der Vespa Elettrica gut bedient. Sie ist ausgestattet mit den Retrolinien des italienischen Kultmofas und einem geräuschlosen, vollelektrischen Motor, der vollgeladen eine Reichweite von 100 Kilometern hat. Perfekt für den Städter von heute, der nicht nur Wert auf Stil legt, sondern auch ein grünes Gewissen hat.

Den Klimawandel stoppen

Aber auch die Umwelt profitiert. Den größten Anteil am Klimawandel weltweit hält tatsächlich die Landwirtschaft, die für ein Viertel aller Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Angesichts der zunehmenden Verstädterung ist es dementsprechend sinnvoll, Nahrungsmittel vor Ort in vertikaler Landwirtschaft zu produzieren. In hochtechnisierten Gebäuden können Pflanzen beispielsweise ohne Sonnenlicht, Erde oder Pestizide in einer präzise regulierten Umgebung umweltschonend gezüchtet werden.

Grüne Technologie ist aber besonders bei denjenigen Prozessen interessant, die nicht unbedingt besonders angenehm sind. So entsteht im Zentrum von Kopenhagen beispielsweise ein Müllheizwerk mit einer 600 Meter langen Skipiste auf dem Dach. Copenhill, auch bekannt als Amager Bakke, ist der Name des Projekts.

Das Kraftwerk ist Teil des Plans, die dänische Hauptstadt bis 2025 zur ersten CO2-neutralen Stadt der Welt zu machen. Durch die besondere Filtertechnologie soll der Ausstoß besonders sauber sein. Der überschüssige Platz auf dem Dach sowie die Nähe zum Kraftwerk ließen die Pläne zur Skipiste im Zentrum der Stadt Kopenhagen reifen. Neben den Skipisten soll dort auch mit einer Länge von 86 Metern und einer Breite von 10 Metern die größte Kletterwand der Welt entstehen, außerdem ein Café sowie eine Laufstrecke.

 

*Verbrauchswerte: Stromverbrauch des Jaguar I-PACE EV400 mit 294 kW (400 PS), kombiniert: 24,8-22 kWh/100km**; CO2–Emissionen im Fahrbetrieb, kombiniert: 0 g/km (gemäß VO (EG) Nr. 692 / 2007).