Wie der Kleiderschrank und unser Zuhause vom Prinzip des Minimalismus profitieren

Minimalismus kann vieles sein. Die meisten denken an einen großen Raum, in dem wenige, aber dafür teure, helle Möbel stehen. Sonst nichts. Auch das kann eine Form davon darstellen, aber es sollte nicht das erste Bild sein, an das wir denken. Denn das ist ein sehr privilegiertes und ausgrenzendes Bild des Minimalismus.

Worum es wirklich geht, ist der nachhaltige Ansatz und der Aspekt, sich auf ein Minimum zu beschränken. Die Umwelt nicht mit unnötigem Zeug zu belasten. Und sich von Ballast zu trennen. Aber was ist wirklich nötig? Es gibt keinen Richtwert oder Regeln, es ist vielmehr eine Reise. Mein Weg war hier sehr holprig und ich bin immer noch unterwegs. Aber wie hat die Reise angefangen? Mit Kleidung.

Eine Frage, die ich mir am Anfang gestellt habe: was trage ich wirklich gerne und was hängt nur ungetragen im Schrank? Denn steht man einmal vor dem überfüllten Schrank und sieht all die Teile, die man gar nicht anziehen möchte, kommen oft die Gedanken, dass man nichts zum Anziehen hat. Und damit geht der Konsumkreislauf immer weiter.

Bei mir waren es hochwertige Einzelteile, abseits der Massenware, in denen ich mich immer wohl fühlte. Die, die ich irgendwo aus zweiter Hand ­– damals als Studentin noch aus rein finanziellen Gründen – bewusst gesucht und gekauft habe. Und so fing ich an, jedes neue Teil erst einmal zu hinterfragen. Brauche ich das wirklich? Werde ich das tragen? Fühle ich mich darin wohl? Wenn ich das nicht alles mit „ja“ beantworten konnte, wurde es nicht gekauft. Das führte dazu, dass ich mich noch mehr beobachtet habe.

Warum fühle ich so oft einen Zwang, etwas Neues zu brauchen? Oft waren es Impulse von außen. Diese habe ich also nach und nach ausgeschaltet: mich beispielsweise von allen Newslettern abgemeldet, bei Instagram Menschen entfolgt, die mich in dieser Hinsicht stark triggern. Und so wurde mein Kleiderschrank dank weniger Zuwachs und mehr bewusstem Aussortieren immer leerer. Und ich fühlte mich wohler.

Das hat sich so gut angefühlt, dass ich andere Lebensbereiche davon anstecken wollte. Also habe ich auch bei der Einrichtung immer mehr darauf geachtet, keine Impulskäufe zu machen. Durch den Umzug habe ich nach diesem Konzept auch die Einrichtung gewählt: mehr offene Schränke, um kein unnötiges Zeug zu horten und sehr wenig geschlossener Stauraum. Einige Sachen haben dadurch nicht direkt einen Platz gefunden und blieben im Umzugskarton. Danach wanderten sie in den Keller, bis ich irgendwann merkte, dass ich diese Dinge alle nicht mehr brauche. Und mich so viel freier fühle. Und da jedes Teil zuhause so bewusst gewählt ist, will man nichts mehr dazustellen, das diesem Anspruch nicht mehr gerecht wird. Und so wird das Zuhause immer mehr zu einem Platz, an dem man ankommt, statt ständig nach etwas Neuem zu suchen.

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[Verlinkung daher Werbung] Über #fastfashion & #shoppingsucht Wer mein jüngeres ich kennt, weiß dass ich zu den Süchtigen gehörte. Ich hab schon mit 16 angefangen nebenbei zu arbeiten und viel davon für Klamotten ausgegeben. Wenn es mir mal schlecht ging, kaufte ich etwas. Wenn ich etwas tolles erreicht hatte, kaufte ich etwas. Ah, wenn es mir ok ging eigentlich auch… Irgendwann während des Studiums fing ich an mich zu fragen wo all mein Geld eigentlich hingeht - ich hatte 3 Jobs gleichzeitig und habe nie etwas gespart. Und als ich anfing Vollzeit zu arbeiten und immer noch nicht richtig sparen konnte, merkte ich wie VIEL Geld ich für all das ausgebe und mir wurde etwas schlecht. Und dann sah ich irgendwann noch die Doku „The True Cost“ und mir wurde noch schlechter. Ich halte mich für einen Menschen der viel zu viel über alles nachdenkt, warum dann nicht darüber? Nicht nur, dass ich mein hart erarbeitetes Geld für all das ausgegeben habe was ich nicht brauche, sondern auch, das ich damit Unternehmen unterstützt habe, die andere Menschen wie Dreck behandeln - und mich dabei null für die Umwelt interessiert habe, denn ich habe mir nie die Frage gestellt, wo das ganze gekaufte Zeug denn hingeht, nachdem wir es so schnell nicht mehr brauchen. Vor ca. 2 Jahren habe ich dann ein paar Kleinigkeiten geändert, die alles verändert haben: 🌿 Alle Newsletter & Accounts, die nur Konsum fördern, entabonniert - Impulskäufe sind die schlimmsten 🌿 Sobald ich etwas haben möchte, such ich nach hochwertigen Teilen second Hand. Die halten lange, kosten sehr viel weniger und ich trage sie viel lieber 🌿 Und neu kaufe ich nur dann, wenn ich das Teil als langfristige Investition sehe, es hochwertig ist und ich es nicht second hand gefunden habe. (Lieblingsseiten habe ich auf dem Bild verlinkt) 🌿 Meinen Stil finden und dem treu bleiben. Verstehen was mir steht und was nicht. Keine Teile mehr kaufen, die ich eh nicht trage, nur weil sie im Angebot sind oder anderen stehen. Auch nicht #Fair oder #SecondHand PS: Jeans und Pulli sind vom Trödel. Zusammen für 10€ 💚 #fairfashion #fairfashionootd

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